Barfuß bis zur verschlafenen Villensiedelei

Novo Sancti Petri – Roche. Spaziergang oder Wanderung? Ist doch letztlich egal. Ohne tiefer auf die feinen Unterschiede zwischen dem einen und der anderen einzugehen, kann ich euch sagen: Der Weg ist leicht und es ist unmöglich sich zu verlaufen. Schuhwerk ist überflüssig, Sonnenschutz dringend nötig, Badekleidung höchst sinnvoll, kilometerlanger Traumstrand garantiert. Klingt wie ein Reiseprospekt, ja ich weiß, aber es ist wirklich so. Wenn etwas toll ist, kann man das ja auch einfach mal so schreiben.
Zugegeben, den Strand von Novo Santi Petri und mich verbindet eine lange Freundschaft. Dementsprechend bin ich große Teile des Strandes auch schon etliche Male entlang geschlendert, zu fast jeder Uhrzeit, Jahreszeit oder Witterung, selbst bei Mondschein, der so hell war, dass er sogar Schatten auf den Strand warf.
Da auch diese Strecke Teil meines TartessusTrails ist, habe ich sie 2014 dann mal mit Rucksack und Tracking-App „absolviert“. Wenn euch 6 km einfach zu kurz sind, gibt es zwei weitere Startpunkte um aufzustocken.

Strecke: Novo Sancti Petri – Roche
Länge: ca. 6 km
Niveau: Sehr einfache Strandwanderung (längerer Spaziergang)
Ausgangspunkt:  Novo Sancti Petri, Playa La Barrosa, Hotelanlagen, Strandzugang am Bunker
Endpunkt: Roche, Hotel „Ilunion Calas de Conil“ (ehemalig Confortel)
Aufstieg/Abstieg: ca 60m

Ein typisches Phänomen am Strand von La Barrosa: wenn sich die Sonne dem Horizont nähert, nähern sich Scharen von Urlaubern dem Strand, um mit viel Verzücken und gezückten Kameras und Handys die Sonne zu verabschieden. Verständlich. Die Sonnenuntergänge hier sind wirklich spektakulär. Das sollte man auf jeden Fall mitnehmen.

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Das haben wir auch getan, bevor wir am nächsten Nachmittag nach einer guten Stärkung in der Strandbar aufbrechen Richtung Roche. Die Strandbars sind zum größten Teil von den hiesigen Hotels betrieben und haben von Eis, Erfrischungsgetränken und Cocktails über Snacks bis hin zu wirklich guten lokalen Gerichten alles im Angebot.

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Eine der Strandbars (Chiringuitos) von la Barrosa
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Happy feet beim Barfuß-Trekking.
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Ebbe und Strandbar am Strand von La Barrosa.
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Versteckt sich hier ein Hotel? Vielleicht. Auch egal.

Es ist der denkbar einfachste Weg, hier geht es wirklich immer am Strand entlang. Das schöne am Strand von La Barrosa ist, dass viele Hotelanlagen hinter der Dünenlinie versteckt und kaum auszumachen sind. Nur die  – auch nicht zu üppig vorhandenen – Strandbars geben eine Orientierung, welches Hotel sich hinter der nächsten Düne verbirgt.

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Der Torre del Puerco und ehemaliges Quartier der Guardia Civil

Sightseeing-Highlight, wenn man es so nennen möchte, ist der „Torre del Puerco“, der Schweineturm. Er ist einer der vielen Ausgucke, die einst dazu dienten, sich nähernde Piraten oder feindliche Schiffe zu sichten.

Der Turm ist nicht besonders aufsehenerregend. Und Piraten sehen wir heute auch nicht. Dafür haben wir vom Plateau des Turms aber eine fantastische Aussicht über den ganzen Strand.

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Mal im Ernst, könnte California sein, oder?
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Ist aber CADIZfornia 🙂

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Der „Schweineturm“ markiert auch den Endpunkt der Hotelanlagen. Wir gehen weiter am Strand entlang, begleitet von rauschenden Atlantikwellen, die eine ständige Verlockung darstellen, sich in die Fluten zu stürzen (Füße sind privilegiert und dürfen IMMER plantschen. Und wenn es nicht gerade einer der wenigen wirklich kühlen Wintertage ist, dann auch der ganze Wanderer.) Langsam gehen die Dünen in rötliche Felsenküste über. Wir nähern uns Roche.

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Diese kleine Siedlung besticht durch:

A) Ihre Verschlafenheit.
Immer wenn ich hier vorbei oder durchkomme, scheint es leergefegt oder komplett in Schlaf gefallen zu sein. Gibt es hier auch mal Aktivität? Einen Kiosk?

B) Ihre Ansammlung an Villas.
Vom Strand aus kann man ein ähnliches Spektrum an Stein-gewordenem Luxus begutachten wie am Strandabschnitt zwischen Promenade und Hotelanlagen, oder auch an dem von mir „Bucht Bling“ getauften Strand Playa de los Alemanes bei Atlanterra (siehe Wanderung von Bolonia nach Atlanterra)

Gerade wenn der Strand felsiger wird, so dass ein Weitergehen problematisch wird, taucht zwischen Dünen und Felsen das Restaurant „El Timón de Roche“ auf, das mit Piratenfigur und Bananenstauden etwas Karibikflair versprühen möchte. (Hab leider versäumt Fotos zu machen. Auch getestet habe ich es bisher nicht, was für ein Travelblogger…)
Gleich neben dem Restaurant jedenfalls führt ein Weg in die Siedlung. Den nehmen wir und nach 2-3 Straßen durch schläfrige Villen sind wir am einzigen Hotel in Roche angekommen. Hier bleiben wir.

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Das Hotel hat mit der Cala de Roche quasi seine eigene kleine Bucht vor der Haustür, die wir noch begutachten. Auch hier prima Sonnenuntergang.

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Mit Sand zwischen den Zehen, der Mondsichel zwischen unseren Füßen auf dem Balkongeländer und Mücken um uns herum endet ein Tag mit erfolgreicher kleiner Wanderung barfuß am Strand. Was kann man mehr wollen?! (Weniger Mücken.)

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Etwas zu beachten? 

  • In der absoluten Nebensaison (ca. November bis März/April) sind die Strandbars abgebaut. Dann gibt es zwischen Ende der Strandpromenade und Roche keine direkte Einkehrmöglichkeit am Strand
  • In Roche gibt es keine Busverbindung (zu wenig ÖPNV hier…), ggf. Taxi auf Bestellung.
  • Bei Ebbe (nasser, fester Sand) lässt sich die Tour auch gut mit dem Rad am Strand machen.
  • Um in den Genuss des Strandes in voller Länge zu kommen, bietet es sich an, bei der Strandpromenade ganz am Anfang des Strandes bei den Restaurants zu starten (Bushaltestelle „La Barrosa“). Das sind ca. 2,5 km mehr.
  • Oder ihr lauft direkt im alten Fischerdorf Sancti Petri los und habt noch ein bisschen Pinienwald, Felsküste und Aussicht-Pavillons mit Blick auf die Herkulesinsel dabei ( insgesamt ca. 6 km mehr). Die Buslinie 11 zwischen Chiclanca und Novo Sancti Petri fährt im Intervall auch das Fischerdorf an, hier als Orientierung ein Busplan aus dem Frühsommer 2016:

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Und so geht´s weiter: Die Anschlusswanderung von Roche nach Conil de la Frontera folgt bald…

Schon die Flipflops geschnürt? 😉 Noch mehr meiner Strand-Wanderungen findet ihr hier auf der Übersichtskarte.


Tour September 2014. Fotos 2012 – 2016

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3 Gedanken zu „Barfuß bis zur verschlafenen Villensiedelei

  1. Sehr schöner Bericht. An dem Strand sind wir „off-season“ immer mit den Hunden, da ist kaum was los und man hat viel Platz zum Herumrennen.

    [*klugscheissmodus*] Der Strand heißt übrigens „La Barrosa“, nicht „La Barossa“. ;-)[/*klugscheissmodus*] Nix für ungut. 😉

    Viele Grüße aus der Sierra de Cádiz
    Sascha

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  2. Schöne Fotos! Bin auch großer Fan von Novo Sancti Petri und der Playa Barrosa, wobei die Costa de la Luz generell zu meinen Lieblingsküsten Spaniens zählt. Finde auch Cadiz wunderschön und das ist ja fast ums Eck 🙂 Der Strand ist meiner Meinung nach ideal zum relaxen und sich ein wenig die Beine zu vertreten und dabei einfach die Umgebung und das Meer zu genießen…

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